Wege…raus aus Hartz IV
Optionen für eine Selbstständigkeit

ARBEITSLOSENGELD II

Beziehende wollen arbeiten für ein Einkommen, was zum Leben reicht. Doch in den Stellenangeboten finden sich meist keine passenden Arbeitsplätze für ihre Qualifikationen. Zur Erarbeitung individueller Entwicklungsperspektiven und Hilfen zur praktischen Umsetzung fehlen Ansprechpartner in den Jobcentern. Mitunter mangelt es den Beziehern von Arbeitslosengeld II auch an Kenntnis über ihre Rechte im Sozialleistungsbezug. Es ist schwer, die Arbeitsfördermaßnahmen zu überblicken.

Der Ansatzpunkt ist, Hilfsbedürftige zu unterstützen, die sich aktiv um Jobs bewerben. Sie sollen (Ver-) Handlungsspielräume und Wege aus Harz IV z.B. in die Selbstständigkeit kennen lernen und sich der Einbettung des Sozialgesetzbuches II in die politische Regierungsstrategie bewusst werden.

Dazu wurde eine kostenlose Vortragsreihe organisiert vom 31.03. bis zum 19.05.2008.
Die Teilnehmer setzten sich mit folgenden Themen auseinander.

  • ¬ Bewilligung von Arbeitslosengeld II – wieso nicht bedingungslos?
  • ¬ Bezug von Arbeitslosengeld II – wann macht Widerspruch Sinn?
  • ¬ Eingliederung in Arbeit – was heißt das?
  • ¬ Leistungen zum Leben – was gehört dazu?
  • ¬ Leistungen für Unterkunft und Heizung – was meint das Gesetz?

Förderung

Organisiert wurde das Projekt von Clever – Internationale Bildung e.V. und gefördert von dieGesellschafter.de, eine Initiative der Aktion Mensch.
Anne Alex

Diplomökonomin Anne Allex und Diplomsozialpädagogin Renate Döhr begleiteten die Teilnehmer durch die einzelnen Veranstaltungen im Info- und Stadtteilladen Lunte in Berlin-Neukölln. www.anne-allex.de


I. Kurzbeschreibung des Projektes (Nach Veranstaltungen)

Am 31.03.2008 kamen 13 Personen, überwiegend im Alg II-Bezug (s. Tabelle/ Pkt. 5).
Alle haben sich überlegt, in die Selbständigkeit zu gehen oder haben dies bereits probiert. Oft scheiterte die Selbständigkeit an der mangelnden Zahlungsmoral oder an zu wenig Kooperationspartnern. Es mangelt an einem Grundverständnis der Regelungen, der Rechte der Alg II-Beziehenden im SGB II sowie der Rechtsmittel. Die TeilnehmerInnen meinten, dass „das Amt sie als Selbständige in Ruhe lassen müßte“ oder „Ihnen die Möglichkeit einräumen müßte, Geld anzusammeln“. Aber Selbständigkeit im Alg II-Bezug soll zur Aktivierung und Einkommenserwirtschaftung der eigenständigen Finanzierung dienen. Es traten folgende Fragen auf: Was heißt das, dass ich immer erreichbar sein muss? Woher erhalte ich eine wöchentliche Fahrtkostenerstattung, um als Vater das Sorgerecht für meine 2 Kinder wahrzunehmen? Was kann ich tun, wenn die Antragsbewilligung so lange dauert? (Widerspruch, Untätigkeitsklage) Was kann ich bei der Nichtzahlung von Leistungen trotz Bewilligung tun? (Einstweilige Anordnung) Wie gehe ich damit um, wenn ich erbe im Hartz IV Bezug? Ich habe ein Haus in Erbengemeinschaft mit 6 Leuten geerbt. Nun muss ich in Hartz IV, was erwartet mich?

Den Betroffenen fehlte der Überblick über die für sie relevante Steuergesetzgebung und ihre Pflichten ebenso wie ein Überblick über ihre Rechte im Krankenversicherungsrecht. Das Verständnis zwischen Begriffen und Bemessungsgrenzen von Krankenversicherung (Einnahmen), SGB II (Einkommen – alles in Geld oder geldeswert, spezielle Einkommen, Gewinn), Einkommenssteuerrecht (Einnahmen aus Erwerbstätigkeit, Ausgaben aus Erwerbstätigkeit), Lohnsteuerrecht (Bruttoeinkommen, Nettoeinkommen) ist nicht vorhanden.

Ihnen fehlt eine Vorphase bzw. ein Vorcoaching für die Selbständigkeit, in der sie sich um die Komplettierung ihres Wissens kümmern können zu folgenden Fragen fehlt:

1. Konzeption: Worauf will ich mich in der Selbständigkeit konzentrieren? Woraus will ich in der Selbständigkeit mein Geld verdienen? (Produkte) Wer sind die Ansprechpartner/ Adressaten/ künftige Auftraggeber? Was muss ich zur Präsentation meiner Selbständigkeit in der Öffentlichkeit tun? Welche Kooperationspartner benötige ich?

2. Buchführung und Steuern/ Wie funktioniert die Buchführung?/ Welche Steuergesetze tangieren mich? Einkommenssteuerrecht/ Umsatzsteuerrecht/ Welche Grenzen im Steuerrecht sind für mich maßgeblich?/ Welche Maßgaben sind für mich bei der Einnahmen- Ausgaben-Rechnung wichtig?/ Was sind Einnahmen und Ausgaben aus Erwerbstätigkeit, was zählt nicht dazu?

3. Qualifizierung/ Welche Qualifizierungsmaßnahmen/ Instrumente des SGB II kann ich nutzen?/ Welche Trainingsmaßnahmen bietet welcher Träger an?/ Welche Möglichkeiten der Vorbereitung einer Qualifizierung/ Freiräume bietet ein „Ein-Euro-Job“?

4. Direkte Vorbereitung der Selbständigkeit/ Wie erarbeite ich ein Existenzgründungskonzept?/ Was muss ich bei der Ausarbeitung eines Finanzierungsplanes als Alg II-Berechtigte/r beachten?/ Mit wem kann ich zusammenarbeiten, um mir Puffer zu schaffen? Welche Rechtsformen gibt es?

Materialien:

  • Broschüre „Licht und Heizung bleiben an – auch bei wenig Geld
  • Heftchen „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ und mit der Kopie des SGB II

Am 7.4.2008 kamen 20 Personen zum Thema „Bezug von Arbeitslosengeld II-wann macht Widerspruch Sinn?“. Erörtert wurden die unterschiedlichen Begriffe des „Einkommens“ im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung, im SGB II, bei der Steuer und beim Lohn sowie die Anrechnungsmodalitäten von Einkommen beim Arbeitslosengeld II. Fragen gab es zu Freibeträgen, der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge, Werbungskosten, Versicherungsbeiträgen. Den TeilnehmerInnen haben Schwierigkeiten, steuertechnische und Alg II- Begriffe auseinanderzuhalten.
Kaum Kenntnisse existierten zur „Zumutbarkeit der Arbeit„. Wir haben „wichtige Gründe“ zur Ablehnung einer Arbeit an Beispielen geübt. Wir sind die Begleitung zum Amt und zum Arbeitgeber durchgegangen, besprachen, wie im Gespräch mit Unbefangenen wichtige Gründe zur Ablehnung einer Arbeit zu finden sind, wie Beratungsstellen oder Gewerkschaften helfen können, welche Möglichkeiten der Einblick ins Tarifregister gibt und wie Bewerbungs- und Bewerbersituationen beim Arbeitgeber rsp. Jobcenter inhaltlich und verhaltsseitig oder Vorstellungen beim arbeitsamtsärztlichen Dienst zu bewerkstelligen sind. Wir haben den Sinn von vorbereitenden Aktivitäten zur Eingliederungsvereinbarung (EGV) diskutiert, die hilfreich bei der Vorbereitung einer Selbständigkeit sein können, den Unsinn von 10-20 Bewerbungen monatlich als alleinige Eigenbemühungen und den eigentlichen Sinn einer, im Rahmen der EGV zu erarbeitenden Entwicklungsperspektive besprochen. Dazu müssen die Leute selbst eine Vorstellung davon haben, was sie konkret machen wollen und wie sie ihre Forderungen offensiv einbringen. Eigenbemühungen sind weiter zu fassen und in ihrer Komplexität zu berücksichtigen. Wir befassten uns ausführlich mit den Sanktionen. Fragen waren: Was ist das „zum Leben Unerläßliche“ und warum können die Sanktionen trotzdem auf Null-Leistung gehen? Was ist bei Sanktionen zu tun? Wieso sind die Sanktionen bei jungen Leuten so hart?

Materialien:

  • Waschzettel auf dem Weg zur Existenzgründung (Anne Allex)
  • Aspekt zur Selbständigkeit in den Infoveranstaltungen „Wege … raus aus Hartz IV“ (Anne Allex)
  • Begriffe und Maßstäbe der verschiedenen Rechtsgebiete (Anne Allex)
  • Anrechnung von Einkommen in der Bedarfsgemeinschaft (Beispiel)
  • Übersicht über neue Regelungen der VO zu Einkommen und Vermögen (2 Seiten)
  • Anrechnung von Einkommen (7 Schaubilder)

Am 21.4.2008 nahmen 13 Personen an der Infoveranstaltung „Eingliederung in Arbeit – was heißt das?“ §§ 14-16 Abs. 3 SGB II teil. Fragen gab es zum Sofortangebot § 15a, zur EGV und zum Gesamtkatalog der Arbeitsförderung. Wir sind der Frage nachgegangen, welche Arbeitsförderinstrumente auf dem Weg in eine Selbständigkeit Sinn machen, z.B. eine persönliche Entwicklungsstrategie festzulegen und wie dies in der eigenen Auseinandersetzung mit seinen Zielen, der Absteckung von Etappen, dem Finden von Maßnahmeträgern mit entsprechenden Trainingsmaßnahmen u.ä. zu erreichen ist. Das können der Selbständigkeit vorgelagerte Maßnahmen zur Eigenqualifizierung sein, z.B. selbstgewählter „Ein-Euro-Job“ zum „Rücken frei halten“, um Erkundigungen über die spezielle Selbständigkeit einzuholen, Arbeitsmarktbedarfe und eigene Qualifizierungsbedarfe zu checken, Nutzung von Trainingsmaßnahmen, Geltendmachung des Bedarfs von Profiling, Variantenauswahl und ausführlichen Beratungsgespräches bis hin zur Unterstützung bei der Ausarbeitung des Existenzgründungskonzeptes und des Finanzierungsplanes in einem Vorcoaching. Dazu gehörtEs wurde darauf hingewiesen, selbst Termine beim JC zu machen, selbst Ansprüche zu stellen und sich auch einen Beistand zum Amt mitzunehmen sowie die Schreiben des JC genau zu lesen und ggf. eine Beratungsstelle zur Erklärung der Schreiben aufzusuchen.

Schwierig war es, die TeilnehmerInnen zu motivieren, selbst das SGB II noch einmal nachzulesen. Nur wenige waren ernsthaft bereit, sich auf ein Zusammendenken von Existenzgründungsabsichten und Hartz IV-Eingliederungsinstrumenten einzulassen. Einige gingen davon aus, dass ihnen das Jobcenter die SGB III-ArbeitsförderMaßnahmen im SGB II präsentieren muss. Der Katalog der Arbeitsfördermaßnahmen aus dem SGB III wurde schnell abgearbeitet und auf eigenständiges Nachlesen verwiesen. Die Paragrafen 16a SGB II und 29 wurden ausführlich auch in ihrer politischen Dimension erörtert. Konfliktpunkt war der Umgang mit dem sozialpsychiatrischen Dienst. Am 21.4.2008 hatte Frau Allex über den Umgang der städtischen Institutionen und über die Erfahrungen von Frau Döhr mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter bei der Ausbildung von jungen Erwachsenen kurz berichtet.

Materialien:

  • Übersicht „Überblick über steuerliche Frei-, Pausch- und Höchstbeträge“
  • Übersicht über die Selbsthilfe-Stützpunkte und -gruppen in Berlin
  • diverse Faltblätter u.a. zum ALG II u.a. vom Jobcenter zum Thema „Arbeit“
  • Faltblätter der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen
  • Infofolder der Unternehmensberatung mpr

Am 05.05.2008 zur Veranstaltung „Leistungen zum Leben – was gehört dazu?“ kamen 8 Personen. Der Rest war verreist, entschuldigt und hatte kurzfristig eine ABM-Stelle bekommen. Berichtet wurde von einer erfolgreichen Begleitung in das Jobcenter inspiriert durch die letzten beiden Treffen. Nichtanwesende baten, ihnen weitere Infos und Materialien zuzustellen. Stephan und Anne kündigten für Oktober und November Seminare zum SGB XII an, zu denen 6 Personen Interesse bekundeten und die der Verein von Stephan beantragt. Zwei TeilnehmerInnen vereinbarten Transportunterstützung.

Themen der Informationsveranstaltung waren die Leistungen zum Leben im SGB II. Unbekannt waren überwiegend die Mehrbedarfe, die Einmalsonderleistungen und der Zuschlag zur Verarmungsgewöhnung. Wir befassten uns mit dem Übergang und dem Ersatz von Leistungen und mit der Erbenhaftung. Diskutiert haben wir Datenabgleiche und neue Aspekte der rechtlichen Gegenwehr, speziell nichtwiderspruchsfähige Bescheide, Widerspruch, Klage, Wiederholung des Widerspruchs durch Überprüfungsantrag, Widerspruch bei nicht bestandskräftigen Bescheiden wegen falscher Rechtsfolgenbelehrung noch nach einem Jahr.

Am 19.5.2008 nahmen 10 Personen an derVeranstaltung „Leistungen für Unterkunft und Heizung – was meint das Gesetz?“ teil. Wir unterhielten uns über den Sinn und Unsinn der totalen Datenerfassung in Hartz IV, der zusätzlichen Datenerhebung in den Folgeanträgen, den Programmen in der Kranken- und Renteversicherung und die unzureichende gesundheitliche Versorgung und die schwindende ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln sowie die Unterdrucksetzung der Leute unterhalten. Die Anwesenden waren einhellig der Meinung, dass die Drohungen der Ämter für jeden Einzelnen eine neue Dimension angenommen haben und Dinge von ihnen abgefordert werden, die sie nicht mehr erfüllen können. Von einer Teilnehmerin erfuhren wir, dass sie in einer Reha-Maßnahme der gesetzlichen Rentenversicherung sich verpflichten sollte, abends auf ihr regelmäßiges Bier und sonstige Drogen zu verzichten. Dazu sollte sie sich vertraglich verpflichten und einwilligen zu spontanen Blut- und Urinproben während der Maßnahme und der anschließenden Eingliederung in Arbeit. Eine Teilnehmerin zeigte neue seitenlange Unterlagen der brandenburgischen Arbeitsverwaltung; sie sollte hier aus der nebenberuflichen Selbständigkeit eine steuerliche Halbjahresprognose vorlegen. Wir haben dann entdeckt, dass ein neues Buch „Cluster“ herauskam, in dem der Autor Detlef Hartmann versucht, die neue Etappe des Kapitalismus zu erklären, in dem genau die Erscheinungen, die wir in unserer Lebensführung vorfinden gesellschaftspolitisch eingeordnet werden.

Im Anschluß erklärte Renate die Aufgaben des „Sozialpsychatrischen Dienstes“. Leuten, die auf eigenen Wunsch die Dienste des sozialpsychatrischen Dienstes in Anspruch nehmen wollen, ist nicht abzuraten und wird gut weitergeholfen. Dennoch sollten sie wissen, dass sie dort datenmäßig erfasst werden und es gegenwärtig ziemlich übergreifende Datenabgleiche gibt. Es kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass sie im Verlaufe ihres Lebens auf die Vorstellung beim SpD angesprochen werden. Im Anschluss daran stellte sich Horst vor. Er ist Webdesigner und Zeitungsmacher. Eines seiner Projekte befasst sich mit der Selbständigkeit von Leuten, die aus Hartz IV heraus wollen. Er möchte 3 KollegInnen bei ihrem Bemühungen, aus Hartz IV herauszukommen, begleiten und ihre Schwierigkeiten in einem Artikel veröffentlichen. In der anschließenden Pause hat er sich mit TeilnehmerInnen verabredet.

Im Anschluss wurde der § 22 SGB II erklärt, auf die kommunale Richtlinie AV Wohnen und die weiteren Richtlinien verwiesen und gemeinsam das Vorgehen gegen Räumungen erörtert. Es traten vor allem Fragen nach dem Verhältnis von Wohn- und Arbeitsraum, Urteilen dazu, der Angaben dazu beim Finanzamt und Jobcenter auf.

Materialien:

  • Verwaltungsvorschriften zur Änderung der Ausführungsvorschriften zur Ermittlung angemessener Kosten der Wohnung gemäß “ 22 SGB II (AV Wohnen)
  • Rundschreiben I Nr. 38/ 2004 Umsetzung des § 23 Abs. 3 Nr. 1-3 des SGB II (Erstausstattung der Wohnung, einschl. Haushaltsgeräte, Erstausstattung für Bekleidung bei Schwangerschaft und Geburt, Mehrtägige Klassenfahrten)
  • Rundschreiben I Nr. 20/ 2006 Regelsätze nach § 28 SGB XII ab 01.01.2007, Barbeträge nach § 30 SGB XII, Belastungsgrenzen gam. § 62 Abs. 2 Satz 5 SGB V, Oauschalen für Haushaltsenergie, Auswirkungen auf die Kosten der Wohnung
  • Rundschreiben I Nr. 8/2006: Übernahme von Renovierungskosten/ Schönheitsreparaturen nach SGB II und SGB XII Arbeitsanweisung für Mitarbeiter der Jobcenter 1/2006: Betreff: Umzugsnotwendigkeit bei unangemessenem Wohnraum
  • Unterkunftskosten, Wohnungsbeschaffungskosten, Mietkaution und Umzugskosten gem. § 22 SGB II
  • Was heißt hier“angemessen“? (Flugblatt des IG Metall Arbeitskreises Arbeitsloser in Berlin)
  • Checkliste: Was tun, wenn die Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft kommt? (Sozialberatung Bochum)
  • Frageliste an das Jobcenter nach Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft (quer)
  • Wohnen, Würde, Widerstand (3. Flugblatt der Kampagne gegen Zwangsumzüge Berlin)
  • Tipps und Infos gegen Hausbesuche durchs Jobcenter und gegen Zwangsräumungen (Flugblatt)
  • Hinweise zur datenschutzrechtlichen Ausgestaltung von Hausbesuchen durch die Sozialleistungsträger im Bereich der Leistungsgewährung nach den Vorschriften des SGB II und SGB XII (Anhang zu den Bemerkungen des Datenschutzbeauftragten des Bundes)
  • Lasst Euch nicht einschüchtern! Gegen unerbetene Hausbesuche kann man sich wehren (Erwerbslosenrat Bezirk Mittelhessen)
  • Achtung! Wer will schon gerne vor die Tür gesetzt werden. Bei Mietschulden droht Obdachlosigkeit.

II. Engagement von Freiwilligen (die Arbeit der Initiative)

Anne A. übernahm die Konzeption und Organisation der Veranstaltungen zusammen mit Eberhard Mutscheller von Clever e.V.: Sie sorgte für die Werbung und die erforderlichen Absprachen zum Flyer. Leider erkrankte Eberhard kurz vor Beginn der Reihe und hatte einen längerfristigen Krankenhausaufenthalt. Deshalb konnte in der 3. Veranstaltung der aktuelle Teil zu „Existenzgründung konkret“ aus der Sicht einer Unternehmensberatung nicht stattfinden. Die zweite Teamerin Renate Döhr war ebenfalls seit 24. März krank. Sie stellte Frau Allex ihre Unterlagen zu „Erfahrungen mit Arbeitsfördermaßnahmen“ zur Verfügung und kam zumindest noch zur letzten Veranstaltung, in der sie über die Rolle des Sozialpsychatrischen Dienstes sprach und Fragen beantwortete.

Horst E. half beim Einstellen der Veranstaltungen auf die Website von AnneA. und sprach wegen der Bildung von Netzwerken und Langfristbegleitung für einen Artikels zu Hartz IV und Selbständigkeit verschiedene TeilnehmerInnen an.

Frank S. akquirierte den Veranstaltungsraum auf einem Plenum des Info- und Stadtteilladens Lunte durch die Ansprache des Projektes auf dem Plenum. Mitunter gemeinsam mit Gerdi und Martin bereitete er den Raum vor, kaufte für das Frühstück ein, bereitete es vor, stellte Getränke bereit und wurde dafür hochgelobt. Er wusch ab und putzte die Küche. Gerdi kam zum Aufschließen und zum Abschließen des Raumes. Frank S. half bei der Suche nach geeignetem Material für die Veranstal-tungen oder in Richtung „Selbständigkeit“ gehenden Veranstaltungs- und Beratungsangeboten. Er half beim Kopieren und beim Transport des Materials und stellte die Veranstaltungen bei den Zeitungen „Neues Deutschland“ und „Junge Welt“ im Internet ein.

III. Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Projekt

Seit langer Zeit gab es die Möglichkeit in einer freien Veranstaltungsreihe, mit einer ganzen Gruppe von Interessierten über einen Zeitraum von 2 Monaten in 5 Informationsveranstaltungen zusammen zuarbeiten. Grund dessen war das gemeinsame Interesse am Thema: „Hartz IV und Selbständigkeit“.

Anfang Mai wurde von zwei erfolgreichen gegenseitigen Begleitungen in die Jobcenter Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg berichtet.

Ein Verein von TeilnehmerInnen will Fördermittel für Seminare zum SGB XII beantragen, für das im Rahmen der Infoveranstaltungen Interesse geäußert wurde. Dazu wurde ein Referent aus dem Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg gewonnen.

Die Info trugen zur Qualifizierung der Beratungsarbeit bei einem ehrenamtlichen Beratungsangebot in Friedrichshain-Kreuzberg bei der Volkssolidarität bei.

Die Kollegen aus der Lunte berichten von einer Konsolidierung ihres Wissens zum SGB II und von ersten Rückmeldungen zu Erfolgen mit Beistandsbegleitungen zum Jobcenter.

Nach dem 31.3.2008 wurde am 2.4.2008 wegen Eile der Problems eine Einzelunterrichtung von TeilnehmerInnen zu Themen „Konzeption und Corporate Identity“, „Marketing“, „Gewinnung von passenden Geschäftspartnern“ sowie „Arbeitslosengeld II und Hausbesitz“ durch Frau Allex durchgeführt.Drei Personen konsultierten sich einzeln zu ihren speziellen Anliegen der Selbständigkeit, zur Aufnahme erster Geschäftskontakte und zur Vernetzung.

Eine Teilnehmerin bot Frau Allex und der Lunte logistische Unterstützung und kurzfristige Transportmöglichkeit mit ihrem Auto an. Die Personen, die eine Selbständigkeit anstreben, fanden sich unterstützt zur Vergrößerung der Effizienz ihrer Arbeit beim Verständnis der Vielzahl von Papieren des Finanzamtes, des Jobcenters und der Krankenkassen.

Horst Eberlein wird drei Frauen in Hartz IV, die eine Selbständigkeit anstreben längerfristig begleiten und darüber in einem Artikel berichten.

IV. Kooperation und Netzwerkarbeit

Die Kooperation zwischen dem Info- und Stadtteilladen Lunte und Anne Allex wurde ausgebaut. Sie wurde durch Mitstreiter des Erwerbslosenfrühstücks bei der Einrichtung des Raumes, bei der Vorbereitung und Nachbereitung umfassend unterstützt.

Anne und der Clever e.V. arbeiteten erstmals zusammen. Wegen der Krankheit von Herrn Mutscheller beschränkte sich die Zusammenarbeit auf die Verwaltung und die Unterstützung durch Frau Großmann. Anne und der Webdesigner Horst E. bearbeiteten bereits verschiedene Projekte miteinander. Eberhard (Unternehmensberater), Anne (Wegeweiserin in sozialpolitischen Landschaften) und Horst (Webdesigner) haben sich selber aus der Arbeitslosigkeit selbständig gemacht und kennen die Schwierigkeiten mit überbordender Arbeit, dem Anspruch, ehrenamtlich tätig zu sein und den Anforderungen der Behörden. Es wird eine Kooperation mit dem Verein Regio Berlin e.V. geben, die sich aus volkswirtschaftlicher Perspektive mit der Sozialpolitik befassen.

V. Öffentlichkeitsarbeit/ Resonanz auf das Projekt

Die Öffentlichkeitsarbeit erfolgte zum einen durch die Verteilung von 1000 Flyern durch die Mitglieder der Initiative und durch die Bakenntmachung über verschiedene eMail-Listen und 4 Internetseiten, sowie durch Ansage auf Veranstaltungen.

Neben einer Selbsthilfegruppe mit 6 Personen, die aus verschiedenen Bezirken der Stadt kamen, nahm aus eine ehemalige dreiköpfige Studiengruppe der FU Berlin teil, deren MitstreiterInnen nach der Beendigung ihres Studiums keinen Arbeitslatz fanden. Eine Teilnehmerin hatte den Flyer beim InfoCenterNeukölln gefunden, ein weiterer Teilnehmer bei der Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin-Kreuzberg. Die Künstlerinnen aus Pankow und dem Prenzlauer Berg hatten durch die Information einer Freundin aus der Reihe „Hartz IV und Alleinerziehende“ von der Reihe erfahren. Zwei weitere TeilnehmerInnen hatten über eine „Ein-Euro-Job“-Maßnahme im unabhängigen Mieterladen UBI KLITZ im Friedrichshain von der Reihe erfahren. Alle TeilnehmerInnen waren entweder selbständig oder hatten zumindest schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbständig zu machen.

Anwesenheit während der Veranstaltungen

Name Status 31.3.08 7.4.08 21.4.08 5.5.08 19.5.08
Petra Alg II, 48 J., will sich Aloe Vera selbständig machen x x x x x
Annett Alg II, 32 J., selbständige Videokunst x x
Annette Alg II, 35 J. Künstlerin, Malerei x
Frank Alg II, 40 J., Initiative x x x x x
Sonja kein Alg II, 53 J., interessiert an Selbständigkeit x x
Mia Alg II, 30 J., Will sich mit dt.-chin. Kulturtraining selbständig machen x x end. end. end.
Stephan kein Alg II, Regio Berlin x x x end. end.
Leo kein Alg II, Regio Berlin x x x end. x
Sarah Alg II, 46 J, Atem- und Bewegungslehrerin x x x x x
Hassan Alg II, 45 J., x
Dirk Alg II, 42 J, MAE x end. x
Anne F. Alg II, 49 J, will sich mit Reiiki selbständig machen x x x
Luis Krank, Alg I, Selbständig machen in HIV x x end. end.
Klaus Alg II, 46 J, überlegt Selbständigkeit x x
Ulf Sozialhilfe, Eingliederungsmaßnahme, Künstler x
Martin Alg II, 43 J, Initiative end. end. end. x x
Wolfgang Selbständig x
Monika Alg II, 51 J., von versatel x
Brigitte Alg II, 50 J., UBI Klitz Sozialberaterin x x x x x
Margarethe Alg II, 52 J., x x x
Birgit Alg II, 53 J., x
Renate ÖD, 53, Initiative kr kr kr kr x
Gerdi Alg II, 55 J., Initiative x x x x x
Paul Alg II, 58 J., Initiative x
Horst Selbständig, 45 J., Initiative x
AnneA. Selbständig, 49 J., Initiative x x x x x

VI. Nachhaltigkeit, Informationen zur Zeit nach dem Projekt

Organisierung einer Seminarreihe zum SGB XII und seiner Durchsetzung in Berlin

Gewinnung einer Teilnehmerin für die Aktivitäten gegen die Räumungsaktivitäten in Berlin für die Kampagne gegen Zwangsumzüge.