Mach mit, mach Mail-Art rund um das Meinungsspektrum zu Armut und Reichtum in dieser Welt, so kommen wir vom ArmTum zum ReichMut.

MAIL-ART-PROJEKT ARM – REICH MAIL-ART-PROJEKT „ARM – REICH“

MAIL-ART-PROJEKT „ARM – REICH“

Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist ein Thema, was viele Menschen mit und ohne Erwerbsarbeit – und auch die Medien – heftig bewegt.

Der Verein clever – Internationale Bildung e.V. arbeitete mit einer Mail-Art Projektgruppe in Vorbereitung eines kulturpolitischen Projektes zusammen. Die Projektgruppe will mit der Kunstrichtung „Mail-Art“ eine Verständigung, Vernetzung und Aufklärung zum Thema „ARM – REICH“ erreichen.

Die Projektgruppe warb gestaltete Postkarten aus aller Welt ein und machte die Mail-Art–Postkarten zum Thema „Arm – Reich“ aus aller Welt in einer Ausstellung im Hause der Demokratie und Menschenrechte für die Öffentlichkeit zugängig. Begleitet wurde die Ausstellung von Veranstaltungen, die vom 16.01. bis zum 20.02.2009 stattfanden. In jeder Veranstaltung wurde die Gestaltung und der Zugang zum Thema ARM – REICH behandelt, wobei die Privilegierung bestimmter Gruppen, die Art oder das Verbot der „Erwerbsarbeit“ als Machtverhältnis abhängig vom Reichtum, sowie Ausgrenzung als Ursache von Auswanderung, Einwanderung, Flucht, Migration, Abschiebung oder Tod thematisiert wurden.

MAIL-ART-PROJEKT ARM – REICH

MAIL-ART-PROJEKT ARM – REICH Präsentation der Postkarten und anderer Exponate

An der Aktion „Mail-Art ARM – REICH“ hatten sich 64 TeilnehmerInnen aus 7 Ländern mit 155 Exponaten (gestaltete Postkarten, Objekte, Fotographien, gemalte Bilder) beteiligt.

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MAIL-ART-PROJEKT ARM – REICH Präsentation der Postkarten und anderer Exponate

Während der Mail-Art-Ausstellung „Arm – Reich“ fanden sechs Begleitereignisse statt:

  • Vernissage.
  • Agitperformance: „Gestaltungskapital oder von der Neuvermessung der Welt“.
  • Podiumsdiskussion „Gemein und Gut“ zu Kunst-Nutzbarkeit-Besitz mit Eva Willig, Jeannette Abbé, Winfried Schiffer und Archibald Kuhnke.
  • Zum Besuchertag bauten wir neue Kunstkontakte u.a. zum Trash Art-Museum „Mocta“ von der Münchener Trash Art-Künstlerin Felicitas Adler und Morelli aus Neukölln auf.
  • Zukunftsmusik und dem Sinn der Steuerpolitik lauschten wir in einer Veranstaltung „Steuern mit Steuern – wohin geht die Reise?“ mit Anne Allex, Pernille Sonne (Saxophon, vocal) und Thomas Vallentin (Gitarre, vocal).
  • Im der Finissage haben wir Texten von Georg Büchner, Freiligrath und Vorkämpfern der 1848er Revolution, von Rosa Luxemburg, Karl Marx, dem Plan der Novemberrevolution in Deutschland und wie sie zustande kam sowie Liedern von Ton-Steine-Scherben gelauscht.

In der Einführung und der szenischen Lesung haben wir das gesamte Diskussionsfeld zum Thema umrissen.

Vernisage, Begrüßung durch Anne Alex, 16.01.2009

Liebe Gäste,
ich freue mich, Sie hier im Haus der Demokratie und Menschenrechte im Namen des Projektteams Mail-Art 08 begrüßen zu dürfen. Wir starten an diesem kalten Januar-Abend die Ausstellung Mail-Art „Arm-Reich“. Heute führen wir die erste der fünf literarischen, musikalischen und politischen Veranstaltungen dazu durch.

Juliane

Juliane

Als wir die Aktion „Mail-Art“ begannen, fragten wir uns: Was haben Menschen aus aller Welt zum Spannungsverhältnis ARM-REICH zu sagen? Dem Aufruf „MACH MIT – MACH MAIL ART, denn MAIL ART ist DENK ART“ sind seit September 2008 64 Menschen aus 7 Ländern gefolgt. Sie haben auf 155 gestalteten Objekten bzw. Postkarten ihre Auffassung zum Thema „ARM-REICH“ mitgeteilt. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen der Aktion.

 

Ottmar

Ottmar

Alle Objekte haben wir ausgestellt und präsentieren sie ebenfalls auf der Internetseite www.kunstdemokratie.de.

Für die bisher geleistete Arbeit an der Aktion, der Ausstellung, der Präsentation und der inhaltlichen Vorbereitung bedanke ich mich bei den MitstreiterInnen des Projektteams Mail-Art 08 Jeannette Abée, Rainer Wieczorek und Rudi Meinel. Ich bin Anne Allex.

Das Spannungsfeld ARM REICH ist der politische Dreh- und Angelpunkt unserer Gesellschaft. Bei keiner anderen Frage wird derart intensiv um die Köpfe in der Bevölkerung gekämpft. Um kaum eine andere Frage wird derart stark mit ideologischen Mitteln gerungen. Dieser Kampf hinterlässt im vorherrschenden Bewußtsein scheinbar Lethargie und historische Bewußtlosigkeit. Deshalb wollen wir in unseren Veranstaltungen gemeinsam danach suchen, was sich bei größer werdender Kluft zwischen „ARM und REICH“ verändert. Was ändert sich in Arbeit und Leben? Wie zeigt sich der Wechsel bei den Maßstäben der Ansichten von der Welt? Wie verändern sich Sprache, Werte und Worte? Wie verändern spezielle Politiken die Zukunft? Welche Gründe hatten eigentlich Revolutionen?

Pietzke und ein Freund

Pietzke und ein Freund

Die Frage „ARM-REICH“ schleppt vorherrschende Ideologien aus oftmals verlorenen Kämpfen mit sich und erscheint uns daher bei jedem der neuen Kämpfe als abgegessen. Die Bundesregierungen legen nun endlich jedes Jahr einen Armut- und Reichtumsbericht vor, über darin enthaltene wundersame Formulierungen niemand mehr wirklich staunt. Und eigentlich will seit einem Jahr kaum jemand etwas von ARM und REICH mehr hören. Es sei denn, eine Geschehnis erreicht die Ebene eines Skandals. Doch die sittlichen Maßstäbe dessen, was skandalös ist oder nicht, verändern sich in der Frage ARM-REICH am schnellsten. So hat der Schutzschirm für die Banken mit einem Geldregen von 500 Mrd. Euro zwar für Gerede gesorgt, aber nicht für sonderlich große Aufregung. Höchstens für ein müdes „Über-die-Stirne-Streichen“ und den Satz: „Die spinnen jetzt wohl total!“

Im Gegensatz dazu erregte der tote Zweiundzwanzigjährige aus Speyer sehr wohl die Gemüter. Ich hörte Bemerkungen wie: „Immer dieses Elend.“ „Das muss man wirklich nicht haben.“ „Der Mann hätte doch soziale Hilfsangebote anlaufen können.“ „Diese Schande – was soll die Welt von Deutschland denken?“ Verkehrte Welt, denken Sie? Weit gefehlt.

2005 gab es bis anfang 2007 noch große Aufregung um die sogenannten Schweinereien bei Hartz IV. Alles gelangt seitdem Stück für Stück ans Licht der Öffentlichkeit. Obwohl alles bereits seit Sommer 2003 im Sozialgesetzbuch II drinsteht. Aber wer liest schon Gesetze? Es ist für den wohlgebildeten Bundesbürger viel besser, sich vier Jahre lang zu empören. Ungehörig erschienen „Ein-Euro-Jobs“. Diese Jobs werden jetzt gestürmt; die Stürme der Entrüstung haben sich gelegt. Michael Sommers Feststellung in der Financial Times Deutschland am 24.12.2008, dass „Ein-Euro-Jobs“ eine Form der verdeckten Arbeitslosigkeit sind, wo zum Teil reguläre Arbeit weggenommen wird“, löst nichts mehr aus. Nicht das Hochziehen einer Augenbraue, nicht die zynische Bemerkung, dass der DGB-Chef dies nach 4 Jahren Hartz IV auch schon mitkriegt.

Die Vermögens- und Gewinneinkommen in Deutschland sind im Jahr 2000 sieben Mal stärker gestiegen als die Löhne und Gehälter. (Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst, in: Berliner Zeitung, 22.10.2008, S. 1) Die Boston Consulting Group zählt 2006 in der Bundesrepublik Deutschland 422000 Millionäre, soviel wie noch nie. (Zahl der Millionäre wächst weltweit. In: Berliner Zeitung, 6./7.9.2008, S. 12) Im Armuts- und Reichtumsbericht „Lebenslagen in Deutschland“ wird festgestellt, dass von 2000 – 2006 der Anteil derjenigen, die als einkommensarm gelten, 18,3 Prozent beträgt. 14,9 Mio. Menschen leben monatlich mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens. Das sind 870 Euro netto im Monat für einen Alleinlebenden. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Gutverdiener, die monatlich mehr als 2900 Euro netto für sich allein haben, von 2,5 auf 9,2 % an. (Fast jeder Fünfte in Deutschland lebt in Armut, in: Berliner Zeitung, 22.4.2008, S. 6)

Die wachsende Kluft zwischen ARM und REICH macht in diesem Land nur noch wenigen zu schaffen. Etliche suchen den letzten Strohhalm statt gegen Unrecht und neue Knechtung zu demonstrieren. „ Hauptsache ich kriege die ABM zu 1140 Euro Brutto. Dann hab ich für 11 Monate erstmal Ruhe.“ „Dort gibt es tolle Kommunal-Kombi-Stellen mit 1300 Euro brutto 3 Jahre lang.“ Das in solchen Stellen überwiegend sehr gut Qualifizierte oder Menschen mit jahrelangen Arbeitserfahrungen weit unter Tariflohn abgezockt werden, ruft heutzutage keine Erregung hervor – auf keiner Seite. Oder: „Zwangsumziehen in Berlin mussten auch nicht soviele – gerademal 1600 BG seit 2006.“ Die Hauptsache scheint: In der Kommune läuft alles und jeder hat seine Ruhe. Während einer weltweiten Überproduktionskrise scheint dies allen wichtig, obwohl Regierende düstere Zukunftsprog-nosen abgeben. Ist das die Ruhe vor dem Sturm? Wenn ja, vor welchem?

In dieser seltsam und unwahr erscheinenden Stimmung wollten KünstlerInnen nicht mit uns zusammenarbeiten, weil dies alles hier zu politisch ist. Förderer wollten nicht fördern. Mit dem Verein „Clever – Internationale Bildung e.V.“, deren Vertreter, Herrn Mutscheller ich hier herzlich begrüße, ist es uns aber doch noch gelungen, die „die gesellschafter“-Kampagne von Aktion Mensch und die Stiftung „Menschenwürde und Arbeitswelt“ vom Sinn unserer Anliegen zu überzeugen. Vielen Dank.

Als nächstes führt uns Rainer Wieczorek in die Kunstrichtung „Mail-Art“ ein. Im weiteren Programm veranstaltet er mit Frau Abée eine kleine szenische Lesung zum Thema „ARM-REICH“.

Im Anschluss daran haben Sie die Gelegenheit, sich ausgiebig die Ausstellung anzusehen und an einem an unserem Zeitgeist orientierten „Krisenbuffet“ Ihr Rettungsschirmchen mit 2 Oliven und einem Stückchen Käse in Empfang zu nehmen, ein Bierchen oder Wasser zu erstehen.

Rede von Rainer Wieczorek, 16.01.2009

Mach mit – mach Mail Art
Der US amerikanische Künstler Ray Edward Johnson (1927 –1995) gilt als Begründer der Mail Art. In den 50er Jahren stellte er im dadaistischen Geist und der Technik der Collage kleine Objekte her die er „Moticos“ nannte. Aus der Überlegung wie seine Kunst sich verteilen kann, jenseits der etablierter Galerie- und Kunstmarktszene, kam er auf den Postversand und entdeckte so für sich die Mail Art. Anfang der 60er Jahre gründete er die New York Correspondance School (NYCS) deren Netzwerk nach seinen Angaben mehrere hundert Personen umfasste und die er am Ende des Jahrzehnts wieder auflöste. In diesem Netzwerk mailte es sozusagen ein knappes Jahrzehnt. Aber erst 1971 wurde der Begriff Mail Art geprägt von dem Kurator und Kunstkritiker Jean-Marc Poinsot. Zwei Jahre später, wurde in einem Zeitungsartikel der Begriff genannt und wurde über diesen Weg von der agierenden Szene dann angenommen. Seither gibt es Netzwerke der Mail Art.

Wie auch beim Dadaismus, meinen Kunsthistoriker diesen Phänomenen eine Zeit zuzusprechen und die Arbeit der Gegenwart, also die der zeitgenössischen Künstler, in ihrem Kanon unbeachtet zu lassen. Sowie der Dadageist ewig lebt, spricht man vom ewigen Netzwerk der Mail Art.
Mail Art will mehr sein, als Kärtchen verschicken. Mail Art ist SpielArt, was meint, dass wir unsere Kommunikationsformen auch ändern können. Fantasie an die Macht. Mail Art ist auch DenkArt und will Gemeinschaft bilden. Das Netzwerk der Mail Art schafft künstlerische Identitäten, bringt virtuelle Personen hervor, hier wird auf sich selbst reflektiert, soziale Verhaltensweisen der Teilnehmer verändern sich, man denkt politisch und philosophisch.
„Ich sende Ihnen einen Gedanken zu. Bitte denken Sie ihn weiter.“ – sagte (Robert Rehfeld) Den Kunsthistorikern sage ich an dieser Stelle, dass sie unrecht haben, wenn sie Anfänge in ihren eigenen Theorien bereits beenden. Ihr seid empirisch analysierendes, dokumentierendes und beschreibendes Publikum, im Sinne der Wissenschaft. Wir sind Kunst und machen Kunst nach unseren Regeln.

Bei dem wenigen Geschriebenen, was ich zur Mail Art bisher gefunden habe, wird das Spezifische an ihr mit der Postversendung charakterisiert. Meines Erachtens ist aber der wesentliche Unterschied von Mail Art zu den anderen Pluralismen der Kunst, der Gedanke des Potlatsch, also der Schenkung. Jedes Mail Art Projekt würde ich also als Geschenkverteilungsfest bezeichnen und wir können uns darin überbieten, immerzu.

Das die Frauen und Männer der Mail Art Szene allen anderen Menschen offen gegenüber agieren, sollte selbstverständlich sein. Auch, dass jeder Mail-Art-Projektverwalter mit seinen Geschenken sorgfältig umgeht, sie archiviert, dokumentiert, den geschenkten Gedanken ein größeres Publikum zu ermöglichen versucht und soweit die eigenen Kräfte reichen, in seinem Netzwerk kommuniziert, auch das sollte selbstverständlich sein.

Ich sende Ihnen einen Gedanken zu: Demokratie, aber wie? Bitte denken Sie ihn weiter. Bis zum Ende diesen Jahres, ist dieser Gedanke und seine Weiterentwicklung unser Mail Art Projekt 2009. Technik frei und Jury frei. Danke.

Begrüßung durch Anne Alex, 23.01.2009

Liebe Gäste,
ich freue mich, Sie hier im Haus der Demokratie und Menschenrechte im Namen des Projektteams Mail-Art 08 zur zweiten unserer fünf literarischen, musikalischen und politischen Veranstaltungen zur Ausstellung Mail-Art „Arm-Reich“ begrüßen zu dürfen.

Für all jene, die die Vernissage nicht miterleben konnten, folgende Informationen: Dem Aufruf „MACH MIT – MACH MAIL ART, denn MAIL ART ist DENK ART“ folgten seit September 2008 64 Menschen aus 7 Ländern. Sie teilten uns mit 155 gestalteten Objekten bzw. Postkarten ihre Auffassung zum Thema „ARM-REICH“ mit. Alle Zusendungen haben wir ausgestellt. Wir präsentieren sie ebenfalls auf der Internetseite www.kunstdemokratie.de. Für die bisher geleistete Arbeit bedanke ich bei Jeannette Abée, Rainer Wieczorek und Rudi Meinel. Ich bin Anne Allex.

Im kräftepolitischen Tauziehen um die Hoheit in der Beziehung ARM REICH spielt die Sozialdemokratische Partei eine besondere Rolle. Ihr derzeitiges Ansehen zeigt das Ergebnis der letzten Hessen-Wahl. Deutliche Gewinner im politischen Kräftemessen sind fast ohne Unterlass seit Mitte der 1980er Jahre, aber mit politischer Kontinuität die Christdemokraten und Liberalen. Sie bestimmen mit ihren Mehrhheiten, wie sich der Abstand zwischen ARM und REICH gestaltet und mit welcher Geschwindigkeit. In dem Prozess der Enteignung von Erwerbstätigen und Erwerbslosen haben sich SPD und Bündnis90/Grüne in den Pirouetten politischer Demagogie vorzüglich geübt. Der Glaube an einen wirklichen Politikwechsel deshalb bei den WählerInnen im Jahr von Europa- und der Bundestagswahlen quasi nicht vorhanden, denn was „Krise“ bedeuten, konnten ihnen ihre Großeltern noch gut erörtern.

Das Kräfteverhältnis von „ARM-REICH“ bestimmt auch und gerade den Umgang mit den Armen. Eine erhöhte Menschenfeindlichkeit gegenüber Langzeiterwerbs-losen – speziell Nützlichkeitsrassismus stellt Prof. Heitmeier 2007 fest. Erschreckende Indizien, die die derzeitige vorherrschende Ideologie kennzeichnen, fanden sich auch 2008. Desperates Hightlight war der Speiseplan des Herrn Sarrazins, für den er vom AK „Marginalisierte-gestern und heute!“ den 1. Berliner Diskriminierungspreis verliehen bekam. E-Kost mit 132 Euro Regelleistung für Alg II-Beziehende forderte der Chemnitzer Professor Thiessen. Armendiskriminierung, speziell Nonkonformenver-folgung kennzeichnet das junge Jahr 2009: die erfrorene Frau bei Minusgraden, die empfohlene Verpflichtung für Arme zum Organverkauf und „Ein-Euro-Jobs“ speziell für Dicke beim Straßenbau in Flensburg. Dagegen wendet sich die Masse der Bevölkerung nicht, denn mit dem 50 Milliarden-Paket der Bundesregierung soll ja die „Mittelschicht“ steuerlich entlastet werden. Den Autokonzernen wird hier geholfen werden. Auf den Kauf neuer Autos gibt es einen Bonus von 2000 Euro. Neue Straßen für neue Autos, neue Arbeitsplätze für Arbeitslose für Straßen sind Stichworte. Erneut wird das Hohelied der Arbeit gesungen. Friede, Freude, Eierkuchen? Nein – denn neben den Entlastungen gehen Tausende in die Erwerbslosigkeit, neben Bankern, Teile der Autoarbeiter und sehr große Teile Beschäftigten von verschuldeten Zulieferern. Menschenrechte bleiben auf der Strecke.

Wie und warum sich vor und in der Krise die Ideologie verändert, wie sie wirkt und wie das noch ganz anders ausschauen kann, das macht uns Rainer Wieczorek mit seiner Agit-Performance zum Thema GESTALTUNGSKAPITAL und Von der Neuvermessung der Welt mit Ton heute vor. Rainer hat auch maßgeblich die Ausstellung Mail-Art „ARM-REICH“ konzipiert.

Rainer Wieczorek macht bei seinen Performances selten Wiederholungen. Nach dem 1. Teil verlässt Rainer 10 Minuten den Raum bei weiterlaufendem Band. Da können Sie kurz verschnaufen. Dann kommt der 2. Teil. Die Veranstaltungsverpflegung ist eine Aktion in der Aktion, und wir lassen uns überraschen. Bitte Rainer!

KOOPERATION

Das Projekt wurde in Kooperation mit der mpr Unternehmensberatung, Erwerbsloseninitiativen, Schulklassen und einem Laientheater durchgeführt.

FÖRDERUNG

Gefördert wurde das Projekt von dieGesellschafter.de, einer Initiative von Aktion Mensch.

Weitere Informationen unter: www.kunstdemokratie.de