Ausstellung: Unrecht an Kindern und Jugendlichen im deutschen Faschismus verfolgt – deportiert – widerständig – elternlos – versteckt

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Die Ausstellung „Unrecht an Kindern und Jugendlichen im deutschen Faschismus“  wurde mit Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern einer 9. Klasse des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums in Berlin-Prenzlauer Berg erarbeitet.

Unrecht bedeutet in unserem Sinne erfahrene Entbehrungen, wie z.B. die Abwesenheit der Eltern, Elternteile oder Angehöriger zu Zeiten des Heranwachsens, Raub von Entwicklungsmöglichkeiten, physische Gewalt und seelische Grausamkeit bis hin zum staatlich geplanten Mord von Kindern und Jugendlicher auf Grund der rassistischen und antisemitischen Staatsdoktrin und der Verfolgung von Andersdenkenden im Naziregime. Uns ging es darum, darauf hinzuweisen, dass gerade Unrecht an Kindern im deutschen Faschismus noch heute nicht hinreichend anerkannt und Teil der Opfergruppen, die damals Kinder waren, nicht als Opfer des Faschismus anerkannt wurden, z.B. Kinder sogenannter Asozialer, Heimkinder, Lebensbornkinder. Außerdem haben wir den Eindruck, dass – außer im Projekt „Zug der Erinnerung“ – der Umgang mit Kindern und Jugendlichen und die Schicksale von Kindern und Jugendlichen nicht hinreichend in der Erinnerungs- und Gedenkpolitik thematisiert werden.

Die Freiburger Ausstellung zum Lager Gurs und zum „Nazi-Terror gegen Jugendliche“ hatte die Frage der „vergessenen Opfer“ bereits 2007 in beeindruckender Weise aufgegriffen. Schüler_innen aus acht Schulen der Freiburger Region waren den Schicksalen von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und behinderten Personen unter Federführung der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg nach gegangen. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, vierzig Tafeln dieser Ausstellung in Berlin zu zeigen, gemeinsam mit den in unserem Projekt entstandenen Tafeln, Objekten und Filmen. Die Berliner Jugendlichen haben sich auf Spurensuche begeben und sind nach den Spuren von Kindern und Jugendlichen nachgegangen, die zur Gruppe der Sinti und Roma, der Gruppe der Homosexuellen, der Widerstandskämpfer_innen, der in der „Euthanasie“ getöteten Kinder, der Arbeiterkinder u.a. gehörten, und sich mit unterschiedlichen Aspekten des Unrechts an ihren Altersgenossen zur Zeit des deutschen Faschismus beschäftigt. Sie haben Museen und Forschungseinrichtungen besucht, mit Zeitzeugen, Archivaren und Historikern gesprochen und ihre Ergebnissen auf Austellungstafeln, in Präsentationen und Filmen festgehalten.

Hier waren sie bisher zu sehen:

6. Mai – 13. Juni 2012 im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin-Prenzlauer Berg

21. – 28. Januar 2013 im Abgeordnetenhaus von Berlin „denk!mal13“